Ausgabe #29: Die größten Börsen- und Geldanlagefehler (Gastartikel)

Bild von Cory Doctorow (Quelle: Flickr)

 

Wenn es so einfach wäre, dann wären wir doch alle Millionäre, oder? Ich bin ein großer Freund davon, Fehler zu machen. Wer nie Fehler macht (geht das überhaupt?), wird sich auch nie weiterentwickeln. Voraussetzung für das Lernen bei Fehlern ist jedoch das kritische Nachdenken und Anwenden der neuen Erkenntnisse in der Zukunft. Die größten Börsen- und Geldanlagefehler habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst (mehr Informationen zu diesem Thema gibt es in meinem neuesten Buch). Ein Sprichwort lautet ja auch:

„Wenn Du weiterkommen willst, dann mache Fehler. Wenn Du jedoch schnell vorankommen willst, dann lerne von jemanden, der diese Fehler bereits gemacht hat.“

 

„Sichere Tipps“ von Freunden und Bekannten ungeprüft übernehmen

 

Ich selbst habe ganz am Anfang meiner „Börsentätigkeit“ diesen Fehler gemacht. An einem Tag habe ich 25 Prozent auf einmal verloren. Für diese Erfahrung bin ich heute im Nachgang sogar dankbar. Auch wenn es an diesem Tag natürlich nicht sehr erfreulich für mich war.

 

Gier und Gefühle übernehmen die Entscheidungen

 

Es steckt in uns allen. Die Gier nach mehr. In dem Film „Wall Street“ wird ein Bankmanager nach seinen Zielen im Bereich Geld und Börse gefragt. Er antwortete: „MEHR!“ Man sollte sich jedoch von Gefühlen und tollen Aussichten nicht blenden lassen. Denn eins ist sicher. Egal ob man selbst gewinnt oder verliert – die Banken und die Gebühren muss man trotzdem zahlen.

 

Auf den „schnellen Euro“ setzen

 

„Alles Gute braucht länger als erwartet“

Dieser Spruch gilt vor allem an der Börse. Man sollte sich vom vielen und schnellen Gewinn nicht blenden lassen. Er ist möglich. Ob es jedoch dauerhaft möglich ist? Selbst Warren Buffett macht Fehler.

 

Von Angst getrieben

 

Angst ist ein schlechter Begleiter. Genau wie Gier ist Angst ein natürliches Verhalten. Beide stammen aus der Anfangszeit der Menschheit und haben uns damals überleben lassen. Instinktgetriebenes Verhalten hat an den Börsen und bei der Geldanlage jedoch nichts verloren.

 

Ungeduld

 

Diese „Tugend“ habe ich mir schmerzhaft abgewöhnen müssen. André Kostolany sagte einst dazu:

„Gewinne an der Börse sind Schmerzensgeld. Zuerst kommt der Schmerz, dann kommt das Geld.“

 

Zu wenig Wissen über Aktien, Börse und Geldanlage

 

Ein Zugschaffner sagte einst zu mir: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ (und 40 € waren dann auch gleich weg). Dieser Spruch passt auch sehr gut zur Börse. Kein Wissen über Aktien oder Börsen? Das ist keine Schande. Ganz im Gegenteil. Sie können da nichts dafür. In unserem Lehrplan werden lieber deutsche Volksgedichte gelehrt, anstatt die eigenverantwortliche Geldanlage. Es ist jedoch enorm wichtig, selbst Verantwortung für die eigenen Ergebnisse zu übernehmen. Dies trifft im Übrigen nicht nur bei der Geldanlage zu.

 

Man überschätzt sich

 

Als Anfänger sollte man sich nicht zu viel auf einmal vornehmen. Ich empfehle so viel wie möglich über das Thema zu lesen! Gerne kann man dann auch die ersten „Trockenübungen“ mit einem kostenlosen Musterdepot machen. Ich empfehle dafür die Comdirect Bank.

 

Aufgeben

 

Viele werfen bereits bei den ersten Fehlgriffen hin und kehren der Börse den Rücken: „Aktien sind alle schlecht“. So oder so ähnlich höre ich oft Leute, die bereits beim ersten Fehler hingeworfen haben. Ich empfehle jedoch dran zu bleiben. Langfristig wird sich die Börse toll entwickeln.

 

Neue Aktien sofort bei der Erstausgabe kaufen

 

Erstemissionen oder auch IPO‘s sind in den ersten Wochen fast immer ein totaler Flop. Selbst Facebook (heute eine enorm erfolgreiche Aktie) hat in den ersten Wochen nach der Erstausgabe einen Rücksetzer von 50 Prozent (ausgehend vom damaligen Hoch bei circa 30 €) hingelegt. Ich empfehle daher IPO‘s erst einmal zu meiden. Sie werden grundsätzlich überteuert an den Markt abgegeben. Dies liegt auch ganz einfach in der Natur der Sache. Erstemissionen werden von Investmentbanken an die Börse gebracht und erhalten eine erfolgsorientierte Vergütung. Je höher der Aktienpreis bei der ersten Notierung ist, desto mehr Provision fällt für die Banker ab.

 

Aktien kaufen, nur weil sie gefallen sind

 

Dies ist einer der häufigsten Fehler. Nur weil eine Aktie gefallen ist, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann. Es ist wichtig, die Unternehmen genaustens zu überprüfen. Was ist der Grund für die aktuellen Kursrückgänge? Bitte nicht einfach blind kaufen.

 

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Florian Günther von Investorenausbildung.de.

 

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