Ausgabe #6: Inside Disney – Unternehmensanalyse Januar 2018

(Quelle: commons.wikimedia.org)

 

 

Der Dow Jones hat im Jahr 2017 eine Performance von starken 24 % erzielt. Eine Rallye, die von Disney so gut wie komplett ignoriert wurde (Performance ca. 1 %). Wir denken, dass man sich Disney trotzdem oder gerade deswegen genauer anschauen sollte.

Fünf der zehn größten Einspielergebnisse der Kinogeschichte gehen an einen Film aus dem „House of Mouse“. Auch der neueste Star Wars Film „Die letzten Jedi“ ist schon jetzt ein Riesenerfolg. Sowohl in Krisenzeiten, als auch in Booms wollen die Menschen bestmöglich unterhalten werden, um ihrem Alltag zu entfliehen. Auf der ganzen Welt gibt es wohl kaum eine bekanntere Marke als Disney mit Donald Duck, Mickey Mouse und Co. Erst vor kurzem ging ein Deal über die Bühne bei dem Disney aller Voraussicht nach große Teile des Medienkonzerns 21st Century Fox übernimmt und so noch einmal seine gewaltige Marktmachtstellung ausbaut.

 

Die Markenstärke gepaart mit der Profitabilität des Disney Konzerns sind es Wert das Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

The Walt Disney Company

 

Disney ist eines der weltweit größten und wertvollsten Medienunternehmen.

Das Unternehmen besteht aus vier großen Sparten:

  1. Media Networks:

Hierunter laufen die Kabelsender wie der große Sportkanal ESPN oder auch Sender wie ABC und der Disney Channel.

  1. Parks and Resorts:

Hier wird wie der Name es sagt die Disney Themenparks gebündelt wie das Disneyland.

  1. Studio Entertainment:

Das Studio Entertainment kümmert sich um die Filmproduktion mit namhaften Filmstudios wie z.B. Walt Disney Studios, Pixar (animierte Kinofilme wie „Findet Nemo“), Marvel Studios (sämtliche Marvel Produktionen wie „Avengers“ oder „Guardians of the Galaxy“) oder Lucasfilm (Star-Wars Franchise: „Die letzten Jedi“ etc.).

  1. Consumer Products & Interactive Media:

Hier werden Merchandising Artikel und alles was an Gütern verkauft werden kann gebündelt, was beispielsweise sämtliche Disney-Stores miteinschließt.

 

Disney_SEC_10-K_2017

(SEC 10-K Filing Disney 2017)

 

Historie

 

1923   Gründung von Disney durch die Brüder Walt Disney und Roy O. Disney

1928   Debüt von Mickey Mouse

1937   Erster langer Spielfilm mit „Schneewittchen und die sieben Zwerge“

1955   Das erste Disneyland eröffnet in Anaheim, Kalifornien

1967   Tod von Walt Disney und Neuausrichtung des Unternehmens

1983   Der Disney Channel wird gegründet

1987   Der erste Disney Store wird in Glendale, Kalifornien eröffnet

1992   Das Disneyland in Paris eröffnet

1996   Disney kauft Capital Cities/ABC mit dem gleichnamigen Kabelsender ABC

1997   Das bis heute erfolgreiche Musical „König der Löwen“ feiert Premiere am Broadway

2000   Robert „Bob“ Iger wird Präsident und 2005 CEO und ist es bis heute

2003   Der erste Disney PG-13 Film kommt in die Kinos: „Fluch der Karibik“

2006   Disney kauft das Animationsstudio Pixar

2009   Disney kauft Marvel Entertainment

2012   Disney kauft Lucasfilm und damit die Rechte an „Star Wars“ und „Indiana Jones“

2017   Disney verkündet den Kauf von Großteilen von 21st Century Fox

 

Gegenwart

 

Heute zählt Disney zu den größten Medienkonzernen weltweit. Erst vor kurzem hat Disney verkündet große Teile von 21st Century Fox zu kaufen und damit einhergehend die Lizenzrechte für die X-Men, Fantastic Four, Avatar sowie Anteile am Streamingdienst Hulu, Sky und National Geographic und bekannte Serien wie die Simpsons, Family Guy oder Modern Family.

 

disney-fox-merger-companies

(Attractions Magazine: http://attractionsmagazine.com/how-the-disney-fox-merger-may-effect-theme-parks-comics-and-movies/)

 

Disney hat erst kürzlich den Exklusivvertrag mit Netflix gekündigt, um sich vollends auf den 2019 startenden eigenen Streaming-Service für alle Filme und Serien zu konzentrieren. Die Kabelsparte mit dem Sportsender ESPN ist das gegenwärtig größte Sorgenkind. Deswegen soll der Streaming-Dienst von ESPN bereits 2018 an den Start gehen. Durch die strategische Neuausrichtung soll die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit wesentlich gestärkt werden. Darüber hinaus wird Disney von der geplanten US-Steuerreform profitieren und  es bleibt mehr Gewinn übrig, da die Körperschaftssteuer für Unternehmen von 35% auf ca. 21% gesenkt wird.

 

Kennzahlenanalyse

 

 

Disney_Kennzahlen_2201

 

Disney besitzt seit langem eine hohe Eigenkapitalquote über 45% und ist somit großteils aus eigenen Mitteln finanziert. Der dynamische Verschuldungsgrad zeigt an, wie lange Disney bräuchte, um seine Schulden alleine mit dem (operativen) Cashflow zu begleichen, was ca. 4 Jahre dauern würde. Die EBIT-Marge und die Umsatzrendite können anzeigen, ob eine Preissetzungsmacht vorhanden ist und es deswegen einen gewissen Wettbewerbsvorteil gibt. Je höher die Umsatzrendite ist, desto mehr kann das Unternehmen schlussendlich vom Kuchen selbst behalten. Werte von über 15 % können als überdurchschnittlich bezeichnet werden. Disney zahlt seit 1995 regelmäßig Dividenden und steigert diese über einen langen Zeitraum kontinuierlich.

 

Qualitative Analyse

 

Wettbewerbsvorteil:

Laut der Forbes List der „World’s Most Valuable Brands“ belegt Disney den 7. Platz aller Unternehmen weltweit. Disney besitzt eine einzigartige Markenstärke in der Medien- und Unterhaltungsbranche mit einer weltweit bekannten Marke mit hohem Wiedererkennungswert.

 

 

Leading_Brands_worldwide_2017

(Statista: https://www.statista.com/statistics/387949/strongest-brands-bsi-worldwide/)

 

Konkurrenz:

Nachdem mit 21st Century Fox einer der größten direkten Konkurrenten fast komplett gekauft wird, ist die größte Konkurrenz in Sachen Filme wohl Time Warner mit bspw. den Rechten an den DC-Comics. Darüber hinaus ist im Hinblick auf die Kabelsparte und Streamingdienste Netflix ein Konkurrent. Allerdings baut Disney ja zurzeit seine eigenen Streamingdienste auf.

 

Management:

CEO Bob Iger ist in dieser Position seit 2005 und setzt auf langfristig und nachhaltig ausgelegtes Wachstum mit einer klaren Vision (Kauf von Pixar, Marvel, Lucasfilm und nun eben Fox) und klar formulierten Zielen. Er selbst hält ca. 1 Mio. Aktien an Disney, was überaus positiv ist, da dadurch sein eigener Geldbeutel direkt vom Erfolg des Unternehmens abhängt.

 

 

Fazit

 

Disney_Pro_Contra_1801

 

 

Wir sind der Meinung, dass es sich bei Disney um ein profitables Unternehmen handelt, welches sich durch gute fundamentale Daten und hohe Markenstärke auszeichnet. Aufgrund der Marke, die jedes Kind kennt, besitzt Disney einen starken „Burggraben“. Auch in 2018 hat Disney mit „Avengers – Infinity War“ (Deutscher Starttermin: 26.04.2018) und „Solo – A Star Wars Story“ (Deutscher Starttermin: 24.05.2018) erneut gute Chancen den erfolgreichsten Film des Jahres zu liefern. Nach dem Kauf großer Teile von 21st Century Fox sowie dem Start des eigenen Streaming-Dienstes 2019 sehen wir Disney auch sehr gut gewappnet für zukünftige Aufgaben.

 

Disney_Brands_2017

(lifebeginsatdisney.weebly.com: https://lifebeginsatdisney.weebly.com/family-brands.html)

 

 

Fairer Wert:                                                  145 € – 160 €           

Aktueller Kurs (19.01.2018):                  90 €

 

 

Abschließend wünschen wir euch wie immer noch einen schönen Tag und viel Spaß und Erfolg beim Investieren! 😉

 

Eure freundlichen Value Investoren aus der bayrischen Nachbarschaft

 

Andreas & Daniel

 

 

Disclaimer

 

Hinweis nach §34b WpHG: Wir können teilweise selbst direkt oder indirekt im Besitz der angesprochenen Wertpapiere sein. Die Unternehmensanalyse stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Risikohinweis: Die analysierten Aktien unterliegen Kursschwankungen. Im Extremfall ist auch ein Totalverlust möglich.

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