Ausgabe #161: Bavarian Value Letter 2022 by Andreas Kuhn

Letter_Andi
(Bru-nO, PixabayPixabay Lizenz)

Servus zusammen,

bis man sich versieht ist schon das nächste Jahr rum. Und wenn man weltpolitisch dachte, nach 2020 und 2021 sollte sich die Welt doch jetzt mal wieder etwas beruhigen, wurde man durch den Angriff auf die Ukraine eines Besseren belehrt.
Ich wehre mich dagegen zu sagen schlimmer kann es 2023 eigentlich nicht mehr kommen, ich halt lieber einfach mein Maul. 😊
Um einen der weißesten Menschen, den ich kenne zu zitieren:

„Nix Gwiss woas ma ned.” meine Oma

Wenn man was nicht sicher weiß, dann weiß man es einfach nicht. Herrlich einfach und doch so richtig.


Ich baue ein Haus

Etwas, das zunächst wenig mit der Börse zu tun hat ist ein gemeinsames Projekt von mir und meiner Frau. Wir haben uns festgelegt und wollen auch endlich zu den Millionen Schuldnern in Deutschland gehören und uns den Traum vom Eigenheim erfüllen. Was sich zunächst nach einem guten, planbaren Projekt anhört wurde dann doch etwas abenteuerlicher. Wir bei Bavarian Value sind ja mittlerweile dafür bekannt Sachen langfristig und mit Ruhe zu betrachten und uns nicht wirklich viel um das tägliche Börsengeschehen zu scheren. Ich dachte, dass all diese Sachen, die wir in diesem Sinne gelernt und angewendet haben, ja auch beim Projekt Hausbau angewendet werden können. Wert ist nicht gleich Preis und wenn man das Ganze langfristig angeht kann nicht viel schiefgehen. Anfang 2022 waren die Bauzinsen noch relativ günstig. Viele Leute konnten sich die letzten Jahre den Traum vom „billigen“ Eigenheim leisten. Doch dann kam es wie es kommen musste. Inflation plus Zinserhöhungen von EZB und FED und die Bauzinsen erreichten wieder neue Höhen:

(Entwicklung der Bauzinsen seit 2008; vgl. interhyp: https://www.interhyp.de/ratgeber/was-muss-ich-wissen/zinsen/zins-charts/)


Und auf einmal machte ich das, was ich mir an der Börse abtrainiert hatte. Ich checkte täglich die Konditionen. Das löste etwas in mir aus, dass ich vorher so nicht mehr kannte. Ich hatte mein Excel-Modell mit der geringen Finanzierungsrate bereits vorgefüttert und dann beinahe täglich aktualisiert mit den immer mehr steigenden Zinsen. So oder so ähnlich stelle ich mir das Leben eines Daytraders vor, immer mit der Frage im Hinterkopf ob alles noch weiter steigt oder dann doch fällt. Man verfolgt Zinsentscheide, sieht sich die Entwicklung der Renditen der Staatsanleihen an und fragt sich wie es morgen, in einer Woche oder in einem Monat wohl aussehen könnte. Das ist echt anstrengend. Aber ich muss euch sagen, dieses Jahr hat mir wieder gezeigt wieso ich dann doch an der Börse gerne anders vorgehe. Es ist so viel entspannter und ich kann mit dem wie Dani und ich mit Aktien umgehen so viel besser schlafen. Und wie jeder gute VWLer, die ja gerne Prognosen treffen, komme ich schlussendlich zu folgendem Fazit:

„Schaun mer mal, dann seng ma scho!“Franz Beckenbauer (wahrscheinlich schon älter, aber bei ihm gefällts mir am besten 😉)

Zu Deutsch in etwa: „Abwarten und Tee trinken.“ Alles in allem hilft es mir zu wissen, dass ich meine Finanzen gut tracke und im Griff habe. Ich kenne meine Aufwände und Erträge und weiß, dass meine andere „Baustelle“ im Bereich Aktien einfach beruhigend läuft. Das gibt mir Entschlossenheit und Zuversicht auch dieses Projekt meistern zu können.


Das Börsenjahr 2022 – Spaß am Investieren

Das Jahr 2022 war börsentechnisch ziemlich lehrsam. Wie Dani bereits geschrieben hatte, war und ist das unser erster „richtiger“ Bärenmarkt, die Corona-Korrektur kann psychologisch nur bedingt zählen. Wir sind im wikifolio jetzt fast komplett investiert und haben die günstigen (das weiß man wohl immer erst im Nachhinein 😉) Kurse genutzt um ein paar neue Positionen aufzubauen, die wir schon lange beobachtet hatten und haben auch etliches nachgekauft. Und was soll ich sagen, es bewahrheitet sich eigentlich das, was wir schon die ganze Zeit machen. Wir suchen nach qualitativ hochwertigen Unternehmen zu einem günstigen Preis. Zu keinem Zeitpunkt konnte ich wegen unserer Investments schlecht schlafen. Das schützt nicht 100%ig vor doofen Fehlern, aber es lässt mich nachts ruhig schlafen und das ist sehr viel Wert. Als 2022 der ganze Börsenhype ein wenig abebbte habe ich wieder gemerkt, wieso ich das eigentlich zusammen mit Dani mache und nicht dann doch lieber einen ETF kaufe. Es macht mir schlicht und einfach zu viel Spaß. Ich liebe es nach neuen Unternehmen Ausschau zu halten und nach dem einen potenziellen Investment in einer Nische zu suchen. Es macht nach wie vor unglaublich Spaß die Unternehmen zu analysieren und die Kennzahlen abzuklopfen, nicht zuletzt auch mit unserem Tool Stox Box (an dieser Stelle billige Eigenwerbung, es sei mir verziehen). Die Bewertung ist dann das i-Tüpfelchen und so viele „günstige“ Unternehmen wie 2022 haben wir in unserer gesamten Investorenlaufbahn noch nicht gesehen. Aber alles in allem ist es der gesamte Prozess des Value Investing vom Suchen bis zum Bewerten und Kaufen von Einzelaktien, der mich nach wie vor motiviert Stockpicking zu betreiben und das unabhängig was Bulle und Bär gerade so machen.

Das war es dann auch schon wieder mit dem Jahr 2022, schnell war es vorbei.


In diesem Sinne wünsche ich euch und euren Liebsten fröhliche Feiertage. Bleibt’s gesund und 2023 wird wie immer alles besser 😉

Kevin in “Kevin allein in New York” (Quelle: GIPHY)


Euer freundlicher Value Investor aus der bayrischen Nachbarschaft


Andi

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