Gaststar-Special-Oktober 2018 #4: Investieren mit der Dividendenstrategie und nachhaltigen Aktien (von Divantis)

Servus miteinander,

der „Bavarian Value Gaststar-Special-Oktober 2018“ neigt sich dem Ende zu. Zum Abschluss unseres Gaststar-Specials können wir euch noch geballte Dividendenkompetenz bieten:

 

Ben von Divantis

 

[Viel Spaß beim Lesen wünschen euch Andi & Dani!]

 

 

Investieren mit der Dividendenstrategie und nachhaltigen Aktien

 

Für die Aktienanlage gibt es viele Strategien. Viele setzen ausschließlich auf Fonds und ETFs, andere ausschließlich auf Einzelaktien. Wieder andere kombinieren die Instrumente. Ich investiere in Einzelaktien und verfolge dabei eine besondere Anlagestrategie, die ich hier vorstellen möchte. Niemand soll sie unreflektiert übernehmen. Die Vorstellung soll vielmehr dazu anregen, sich eigene Gedanken zur Aktienanlage zu machen und für sich die passende Strategie zu finden.

 

Was versteht man unter der „Dividendenstrategie“?

 

Als Dividendenstrategie wird eine defensive Aktienanlage bezeichnet, bei der in Aktien investiert wird, die im Schnitt eine höhere Dividendenrendite aufweisen als ein breit aufgestellter globaler Aktienindex.

Im MSCI World Index liegt die durchschnittliche Dividendenrendite bei 2,4%. Kaufe ich ihn als ETF, dann hat mein Investmentprodukt die durchschnittliche Dividendenrendite des Marktes. Ich erziele dann überhaupt keinen Effekt aus einer Fokussierung auf einen Schwerpunkt, weil ich ja komplett im Markt investiert bin.

Mit der Dividendenstrategie lege ich diesen Schwerpunkt jedoch gerade eben auf die Dividendenrendite. Ich selbst wähle für die Dividendenstrategie aber nicht nur Aktien aus, die mehr als 2,4% Dividendenrendite ausweisen. Wichtig ist mir ein gesunder Schnitt. Deshalb nehme ich auch Wachstumsunternehmen wie z.B. Microsoft mit 1,6% Dividendenrendite oder Medtronic mit 2,0% Dividendenrendite in mein Depot auf. Die meisten meiner Aktien haben aber eine Dividendenrendite von mehr als 3,0%.

 

Auf die Mischung kommt es an

 

Mir kommt es beim Investment auf die richtige Mischung an. Bezogen auf die Dividende achte ich auf die Höhe, die Stabilität und das Wachstum der Dividenden.

Unter Stabilität verstehe ich die Ausschüttungsquote. Ein Unternehmen, das zu stark verschuldet ist und sich die Dividende eigentlich nicht leisten kann, meide ich. Bei Neuinvestments schaue ich zudem danach, ob das Unternehmen die Dividende regelmäßig, d.h. jährlich, steigert. Das sind meine bevorzugten Investments.

Wenn sie das schon seit 25 Jahren ununterbrochen machen und damit zum Kreis der Dividendenaristokraten gehören, ist das umso besser. Bekannte Dividendenaristokraten sind z.B. Procter & Gamble (62 Jahre Dividendenerhöhungen am Stück), 3M (60 Jahre), Coca-Cola und Johnson & Johnson (jeweils 56 Jahre) oder McDonald’s (42 Jahre).

Ich gebe aber auch Unternehmen eine Chance, die nicht jedes Jahr erhöhen oder dies noch nicht so lange tun. Wichtig ist mir aber, dass es nicht zu Absenkungen der Dividende gekommen ist. Da schaue ich mir vor einem Investment genau die Dividendenhistorie an und gehe zurück in die Krisenzeiten. Wenn das Management da die Dividende wenigstens konstant gehalten hat, dann ist das ein sehr gutes und wichtiges Signal.

Klassische Dividendensektoren mit vergleichsweise hohen Ausschüttungsrenditen sind die Bereiche Konsum, Pharma und Versicherungen. Hier gibt es eine Vielzahl interessanter Aktien, die meine Anlagekriterien erfüllen.

 

Langfristige Ausrichtung durch nachhaltige Unternehmen

 

Neben der Dividende ist aber auch die Frage der Nachhaltigkeit ein Kriterium meiner Anlagestrategie. Für mich ist die Dividendenstrategie langfristig angelegt. Und darunter verstehe ich wirklich einen Horizont von mehr als 20 Jahren. Dazu passen für mich nur Unternehmen, die ein Geschäftsmodell betreiben, das ebenfalls langfristig ausgerichtet ist und sich im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft befindet. Für mich scheiden deshalb Unternehmen, die z.B. Kohle abbauen oder Öl fördern, aber auch Tabakunternehmen als Anlageziele aus. Ich glaube einfach nicht, dass sie in 20-30 Jahren noch existieren bzw. noch profitabel agieren können. Ebenso möchte ich meine Erträge aus ethisch korrekten Branchen erzielen. Ich schließe deshalb z.B. Rüstungshersteller aus meinem Portfolio aus.

Sicherlich gibt es Unternehmen aus diesen Sektoren, die in den letzten Jahren ordentliche Dividenden ausgezahlt haben und bei denen sich auch der Aktienkurs gut entwickelt hat. Die gibt es in den für mich investierbaren Branchen aber auch. Mir stehen genug Unternehmen zur Auswahl. Ich kann problemlos einige Bereiche aus meinem Anlageuniversum ausschließen. Ich schlafe dadurch besser und brauche keine Angst vor Umweltkatastrophen oder Sammelklagen zu haben. Und muss bei keiner einzigen Dividendenzahlung Gedanken daran verschwenden, dass das Geld unter Umständen mit dem Leid anderer Menschen verdient wurde.

 

Für wen eignet sich die Dividendenstrategie?

 

Die Dividendenstrategie eignet sich für defensive Anleger, die weniger Schwankungen in ihrem Depot haben wollen und einen langfristigen Horizont aufweisen. Sie ist nicht geeignet, um kurzfristig das schnelle Geld zu machen.

 

Nebeneffekt: passives Einkommen

 

Mich persönlich beruhigt es ungemein, laufende Erträge aus meinen Aktieninvestments zu generieren. Klar, das ließe sich auch durch regelmäßige Verkäufe von Aktien erreichen. Da wäre ich aber auf eine entsprechende Marktverfassung angewiesen. Ein Aktienverkauf mitten in einer Baisse wäre unter Umständen Geldvernichtung. Meine Dividendenerträge erziele ich aber unabhängig vom aktuellen Börsenkurs. Durch die Auswahl nachhaltiger Dividendenaktien, die ihre Dividende seit Jahren oder Jahrzehnten zahlen und steigern, ist auf die Dividendenzahlungen Verlass.

Die laufenden Erträge kann ich entweder nutzen, um davon meinen Lebensinhalt ganz oder teilweise zu bestreiten. Oder – und das finde ich viel spannender – ich kann sie nutzen, um weitere Investments zu tätigen. Ich habe durch die regelmäßigen Ausschüttungen einen freien Cash-Flow, den ich wiederum in Aktien investieren kann. Oder aber in Immobilien, P2P-Kredite oder Tagesgeld. Beim Reinvestment in Aktien habe ich die Wahl, ob ich in die ausschüttenden Aktien selbst reinvestiere oder mein Depot weiter diversifiziere. Ich habe also ab einer gewissen Depotgröße monatliche Ausschüttungen zur Verfügung, von denen ich mit akzeptablen Transaktionskosten jeden Monat eine weitere Aktienposition aufbauen kann. Dies gibt mir die Freiheit, meine Ausrichtung an sich verändernde Marktgegebenheiten anzupassen.

 

Wenn Du mehr über meine Anlagen in Aktien erfahren willst, dann schau gerne auf meinem Blog unter https://www.divantis.de vorbei!

 

Ben Warje

 

 

Dieser Artikel wurde verfasst von Ben von Divantis.

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