Ausgabe #42: Investieren in Startups als Form des Value Investing (von Companisto)

Servus miteinander,

wir freuen uns sehr euch den heutigen Gastartikel von Companisto zum Thema Crowdinvesting präsentieren zu dürfen.

Companisto ist eine der führenden Crowdinvesting-Plattformen im deutschsprachigen Raum.

 

[Viel Spaß beim Lesen wünschen euch Andi & Dani!]

 

Companisto Gründer - David Rhotert und Tamo Zwinge
Companisto Gründer – David Rhotert und Tamo Zwinge

 

Investieren in Startups als Form des Value Investing

Autor: André Jasch

 

Investments in Startups sind eine langfristige und alternative Geldanlage. Dabei wählen Investoren aus einer Reihe junger Unternehmen das für sie vielversprechendste und investieren zu einem sehr frühen Zeitpunkt, in der Hoffnung, dass der Unternehmenswert in den folgenden Jahren stark steigt. Damit haben Investitionen in Startups viele Überschneidungen mit dem Value Investing bei Aktieninvestments.

Investitionen in Startups stellen eine Vermögensanlage mit hohem Renditepotenzial dar. Bei dieser Form des privaten Wagniskapitals investieren viele Privatanleger gemeinsam in ein Startup oder Wachstumsunternehmen. In der Vergangenheit war ihnen dieser Weg größtenteils versperrt. Durch das Internet können sie sich nun direkt an jungen Unternehmen beteiligen. Online-Plattformen ermöglichen den einfachen und schnellen Einstieg in die Startup-Szene.

 

Vermögensanlage mit Renditepotential

 

Bei Investitionen in Startups legen Investoren ihr Kapital in einem Startup an und erhalten im Gegenzug Anteile mit Gewinn- und Exit-Beteiligung. Die Gründer des Startups stellen sich mit ihrer Geschäftsidee, einem fertigen Produkt und ihrem Finanzierungsbedarf einer Gruppe von Investoren vor. Die Investoren finanzieren die Unternehmen über ein partiarisches Darlehen oder über eine Eigenkapital-Beteiligung.

Wenn Investitionen in Startups mittels partiarischem Darlehen getätigt werden, erhalten die Investoren dafür entweder einen jährlichen Festzins oder eine Gewinn- und Exit-Beteiligung. Bei der zweiten Variante erhalten sie zwar keinen Festverzins, werden dafür aber am künftigen Gewinn und bei einem möglichen Verkauf des Unternehmens (auch Exit genannt) beteiligt. Dies kann sich vor allem bei einem erfolgreichen Exit in Form eines Börsengangs oder einer Übernahme durch hohe Renditen bezahlt machen. Beide Formen bergen allerdings neben den Renditechancen auch das Risiko, das eingesetzte Kapital komplett zu verlieren, sollte das Unternehmen keinen Erfolg verzeichnen.

Erfolgt die Investition über eine Eigenkapital-Beteiligung, werden die Investoren zu Mitgesellschaftern des Unternehmens. Sie erhalten neben Gewinn- und Exit-Beteiligung dann auch Mitspracherechte bei Gesellschafterbeschlüssen. Zudem sind sie den anderen Gesellschaftern des Unternehmens rechtlich gleichgestellt. Diese Form der Beteiligung wird von professionellen Wagniskaptalgebern wie Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften bevorzugt.

Für das Investieren in Startups gibt es viele mögliche Motivationen. Manche Investoren möchten einfach eine innovative Geschäftsidee und mutige Gründer fördern. Sie begeistern sich für Unternehmertum und neue Technologien. Für andere stehen finanzielle Aspekte im Vordergrund, insbesondere die Rendite bei einem Unternehmensverkauf. Sie wollen sich mit ihrer Kapitalanlage sehr früh an Wachstumsunternehmen beteiligen und für dieses Risiko entsprechend belohnt werden.

 

Bedeutung für den Finanzmarkt

 

Online-Investments in Startups haben in Deutschland seit 2011 eine bedeutende Rolle am Finanzmarkt eingenommen. Anfänglich betrug das Volumen des Marktes nur einige Hunderttausend Euro pro Jahr. Aktuell umfasst der deutsche Markt rund 200 Millionen Euro und wächst rasant weiter. Auch die Finanzierungen für Wachstumsunternehmen legen zu.

Nicht nur in Deutschland erfreut sich diese Form der Kapitalanlage immer größerer Beliebtheit. In Europa – allen voran Großbritannien, Frankreich, Österreich und Schweden – gibt es große Online-Plattformen für Investitionen in Startups. Außerhalb Europas sind solche Investmentplattformen in den USA und Israel sehr erfolgreich.

Diese Länder unterscheiden sich zum Teil sehr stark, wenn es darum geht, wie sie ein Investment in Startups regulieren. In Deutschland wird es durch das Kleinanlegerschutzgesetz reguliert und unterliegt damit wie andere Vermögensanlagen auch dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlg). Da es sich bei einem Investment in Startups um Wagniskapital handelt, sollten Anleger nie ihr gesamtes Vermögen in Startups investieren. Es handelt sich um Vermögensanlagen mit hohem Risiko, aber auch hohem Renditepotenzial im Erfolgsfall. So können diese Vermögensanlagen in Zeiten historisch niedriger Zinsen eine gute Möglichkeit für Anleger darstellen, eine attraktive Rendite zu erzielen.

 

Vorteile von Startup-Investments

 

Das Investieren in Startups ist in jedem Fall eine sinnvolle Ergänzung für das Portfolio eines jeden Anlegers, da es sich um ein langfristiges und nachhaltiges Investment handelt.

Ein entscheidender Vorteil von Startup-Investments ist, dass Investitionen schon ab einem geringen Wert möglich sind. Zudem stellen die Plattformbetreiber ausführliche Informationen über das Geschäftsmodell der Startups zur Verfügung. Sie haben in der Regel schon eine Vorab-Überprüfung des Unternehmens durchgeführt und das Risiko für die Anleger dadurch etwas gesenkt.

Jeder Investor kann sich anschließend selbst ein Bild des Unternehmens und der Geschäftsidee machen, bevor er sich für eine Investition entscheidet. Er kann die Gründer persönlich mit Fragen konfrontieren und so letzte Zweifel ausräumen. Später kann er über die Plattform das Wachstum des Startups mitverfolgen.

Weiterhin handelt es sich beim Investment in Startups auch um gesellschaftlich sinnvolle Investitionen. Privatanleger finanzieren junge Unternehmen in Deutschland in einer Frühphase mit Wagniskapital. Sie helfen damit nicht nur, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch die Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Denn die Startups von Heute sind der Mittelstand von Morgen.

Auf der Online-Plattform Companisto können sich Privatpersonen an der Finanzierung eines Unternehmens beteiligen. Als Gemeinschaft realisieren sie damit ein Investitionsvolumen von 100.000 Euro bis 2,5 Millionen Euro. Diese Investorengemeinschaft eint, dass sie zum einen Innovationen ermöglichen wollen und zum anderen durch ihr Engagement eine Rendite erzielen möchten. Beteiligungen an Startups sind bei Companisto auf vielerlei Weise möglich. Drei Beteiligungsformen bietet die Plattform ihren Investoren an, partiarische Darlehen, Venture Loans und demnächst auch Eigenkapital-Beteiligungen an Wachstumsunternehmen.

 

 

Dieser Artikel wurde verfasst von André Jasch von Companisto.

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Comments (4)

Hallo zusammen, das ist schon ein kleiner Witz, das crowdfunding als eine Form des value investing zu betiteln… Schon mal auf Gründerszene gelesen, wieviel Startups direkt pleite gehen? Dann ist das eingesetzte Geld futsch! Nicht umsonst nennt man die Geldgeber Risikokapitalgeber. Ich finde, der Artikel passt nicht zu euch…. Beste Grüße, Michael

Servus Michael,

eventuell wurde der Titel hier von Companisto etwas unglücklich gewählt. Jedoch habe ich auch schon einmal geschrieben, dass ich Growth Investing (Startups) und Value Investing nicht so strikt trennen würde (https://bavarian-value.de/2018/05/03/ausgabe-21-growth-investing-vs-value-investing-freunde-oder-feinde/). Aber natürlich hast du Recht, wenn du auf das erhöhte Risiko eines Totalverlustes hinweist.
Trotzdem möchten wir euch, unseren Lesern und Leserinnen, von Zeit zu Zeit auch Dinge zeigen, die auf den ersten Blick nicht direkt etwas mit Value Investing zu tun haben.

Und an dieser Stelle möchte ich auch nicht verschweigen, dass ich selbst schon über Crowdinvesting meine ersten Erfahrungen in Sachen Startup-Investments gemacht habe – mal etwas erfolgreicher, mal etwas weniger erfolgreich. Das Positive war jedoch, dass es sich immer um kleine Beträge gehandelt hat. Falls Interesse besteht, kann ich hierzu nächstes Jahr einen Beitrag verfassen. Wenn nicht, dann nicht 🙂

Bayrische Grüße
Dani

Hallo Daniel, der Titel ist wirklich unglücklich gewählt… Und klar, kann man auch mal einen Artikel einstreuen, der nicht 100 Prozent value investing darstellt. Aber ich habe euch und den Blog als Anlauf stelle für value investing wahrgenommen… Bleibt euch treu und lieber mal ein Artikel weniger, als zu „verschwommen“. Ich freue mich auf die nächsten Artikel! Danke und Gruß, Michael

Wir werden dein Feedback ernst nehmen. Danke! 🙂

Beste Grüße
Dani

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